Las Vegas - Yellowstone NP

Donnerstag, 20. Juni 2019

Übernahme unseres Wohnmobils und Fahrt ins Valley of Fire

95 km / 12.100 Schritte

 

Zum letzten Mal Frühstücksbuffet im MGM Grand, dann auschecken via TV (was sich noch als Fehler herausstellen wird) und warten auf unser Shuttle zu Road Bear. Warten im MGM Grand ist echt ein Problem. Es gibt keine klassische Lobby mit Sitzgelegenheiten, sondern nur die Gambling Maschinen oder Bars. Beides ist ja für Daniel, Dominic und Carl verboten. Als Daniel nur im Bereich der Bar war, wurde er schon aufgefordert diesen zu verlassen.

Pünktlich wie vereinbart kam der Shuttlebus von Road Bear RV (RV ist die amerikanische Bezeichnung für ein Wohnmobil). Der Fahrer sprach interessanterweise perfekt Deutsch.

Nach der Einweisung und dem Papierkram haben wir noch aus einem Regal im Office übrig gebliebene Sachen von anderen Mietern mitgenommen (WC-Chemie, Kaffeefilter, Gewürze, Grillkohle, Tupperdosen usw.). Das war eine Menge Zeug, aber wenn wir den RV wieder zurückgeben werden wir sicher auch einiges dort lassen.

Das ganze hat dann doch seine Zeit gebraucht, so dass wir erst gegen 15 Uhr vom Vermieter losgefahren sind. Der erste Stopp war gleich um die Ecke beim Walmart Super Center. Hier haben wir uns eine gefühlte Ewigkeit aufgehalten, 2 Einkaufswagen gefüllt und dafür 300 Dollar ausgegeben. Die Kassiererin war schon sehr alt und sehr langsam. Zwei Items hat sie zwar in der Hand gehabt, aber anscheinend nicht gescannt. Am Ausgang wurden dann unsere Wagen von der Security nachgescannt und der Fehler entdeckt. So musste wir den Fußabtreter und das Abtropftuch da lassen.

Dann sind wir endlich los zum ersten Ziel, dem Valley of Fire. Nur 60 Meilen entfernt waren wir kurz nach 18 Uhr am geplanten Campground "Atlatl Rock". Hier war ein schöner Stellplatz frei, schnell selbst eingecheckt mit einer 20 Dollarnote im Briefumschlag. Am nächsten Morgen wurde dann auch tatsächlich vom Ranger kontrolliert.

Der Campground hat eine tolle Lage zwischen den roten Sandsteinfelsen und es gibt eine schöne Aussicht.

Am Abend hat eine Frau angeklopft und fast verzweifelt um ein Kaltgetränk gebettelt. Aber unsere Getränke waren ja kaum im Kühlschrank. Daniel hat dann eine Stunde später ihr eine große Flasche Cola mit Eiswürfeln gebracht. Da hat er von ihr erfahren, dass sie zu zweit mit dem Fahrrad und einem Zelt von Las Vegas nach Denver fahren. Klar, dass dann mitten in der Wüste der Durst auf eine kühle Cola riesig ist.

Freitag, 21. Juni 2019

Vom Valley of Fire zum Zion National Park

241 km / 12.300 Schritte

 

Nach unserer ersten Campingnacht sind wir nach dem Frühstück zum Visitor Center des Valley of Fire State Parks gefahren. Nach ein paar kleinen Einkäufen und dem Sichten von ein paar wilden Longhorn Schafen ging es tiefer ins Valley hinein. Es war eine superschöne Strecke mit vielen View Points.

Teilweise eine Herausforderung die schmale Straße mit dem Riesen-Wohnmobil zu fahren. Ein bisschen fühlt es sich an wie fahren in Kartoffelbrei mit extremer Windempfindlichkeit und gigantischem Wendekreis. Wenigstens ist es gut motorisiert mit einem 8-Zylinder und 288 PS.

Es war dann eine lange Fahrt bis zum Zion, mit Einkaufsstopp an einem Family Dollar und einem relativ langen Stau auf dem Highway, wegen einer Baustelle. Gegen halb fünf erreichten wir unseren Campingplatz Zion Canyon Campground, den wir schon vorgebucht hatten. Leider war nur eine Übernachtung möglich, so dass wir uns für die nächste Nacht eine Alternative suchen müssen.

Samstag, 22. Juni 2019

Zion National Park

74 km / 12.100 Schritte

 

Nachdem wir alles zusammengepackt hatten verließen wir den schönen Campground und suchten nach einer alternativen Übernachtungsmöglichkeit. Wir haben dann etwas weiter abseits, praktisch wieder rückwärts, einen schönen Platz am Virgin River gefunden. Nach der Anmeldung sind wir dann wieder zurück nach Springdale gefahren, haben dort das Wohnmobil geparkt und sind mit dem kostenlosen Shuttlebus bis zum Visitor Center gefahren. Dort muss man dann in den anderen Shuttlebus umsteigen, der durch den Park fährt. Es war ziemlich voll, da nun das Wochenende begonnen hatte. Es ist aber alles sehr gut organisiert und im Park verteilen sich die Besucher. Wir hatten uns für eine Fahrt bis ans Ende entschieden, zu der Haltestelle „Temple of Sinawava“, hier ist der Trailhead (Anfang des Wanderweges) zu den Narrows. Eine Schlucht, die immer enger wird und die man am Ende nur noch durch das Wasser des Virgin Rivers begehen kann. Wegen Hochwassers war das aber nicht möglich.

Nach dieser schönen Wanderung fuhren wir mit dem Bus zur Haltestelle „Big Bend“ für einen kurzen Fotostopp und dann mit dem nächsten Bus weiter zur Station „The Grotto“. Von dort wanderten wir zur Zion Lodge und machten eine Rast im Schatten eines großen Baumes mit Mango-Smoothie, Eiskalter Fanta und dazu Cracker mit Easy Cheese (Käse aus der Sprühdose). Das schmeckt besser als es klingt.

Daniel hatte die gute Idee das mitzunehmen, so konnten wir uns das teure und bescheidene Imbissangebot der Lodge ersparen.

Von der Lodge fuhren wir dann mit dem Bus zurück zum Camper.

Mit dem Wohnmobil fuhren wir dann zum Zion River Resort Campground, der abends noch selbstgemachte Eiscreme verkaufte. Wieder total umständlich, erst das Eis innen an der Kasse bezahlen, dann mit einem Coupon außen am Tresen das Eis bestellen. 

Sonntag, 23. Juni 2019

Fahrt vom Zion zum Bryce Canyon National Park

113 km / 3.800 Schritte

 

Am Sonntag ging es nun mit dem Wohnmobil durch den Zion Nationalpark. Wir mussten am Parkeingang den Annual Pass vorzeigen und auch das 15 Dollar Permit für Oversized Vehicle für den Zion-Mount Carmel Tunnel kaufen. Dann ging es die Serpentinen aufwärts bis zum Tunnel. Dort werden die Fahrzeuge abwechseln durch den 1,1 Meilen langen Tunnel gelassen. Die heutigen Wohnmobile und Trucks sind zu groß und müssen in der Mitte des Tunnels fahren. Dann ging es ziemlich zügig in Richtung Bryce Canyon. Die Straßen waren breiter und besser ausgebaut, als die Landkarte vermuten ließ.

Am Bryce wollten wir auf den North Campground, direkt am Eingang und am Visitor Center. Leider war er schon voll, er hat wegen Renovierungsarbeiten nicht die volle Kapazität und der andere, etwas weiter im Park gelegene Sunset Campground, war komplett geschlossen. Unsere geplante Alternative, der privater Platz Ruby`s Inn in der Nähe, war auch voll. Was nun machen? Wir fuhren nach dem obligatorischen Visitor Center Besuch zurück in Richtung Red Canyon. Kurz davon war noch ein Platz hinter einer Tankstelle, Bryce Canyon Pines. Dort fragten wir nach, auch hier war schon alles ausgebucht. Die Angestellte war sehr nett und fragte uns ob sie für uns rumtelefonieren soll, um noch etwas für die Nacht zu finden. Zusätzlich bot sie uns das so genannte Boon Docking an, einen Platz im Wald. Dieser Wald, oder besser diese Heide wird auch von vielen Einheimischen benutzt. Sie malte uns eine Karte und damit haben wir die Stelle auch schnell gefunden, nur 4 Meilen entfernt. Da wir alles dabeihaben, Strom, Wasser etc. und wir sowieso grillen wollten, hat das sehr gut funktioniert. Das war ein schöner Abend in der Natur.

Montag, 24. Juni 2019

Bryce Canyon National Park

39 km / 12.000 Schritte

 

Nach unserer Nacht im Wald fuhren wir wieder in Richtung Bryce Canyon, hielten aber noch kurz bei Bryce Canyon Pines um zu tanken und den Platz für den Abend zu buchen. Das hat alles gut funktioniert, so dass wir endlich in den Park fahren konnten. Dort ging es dann vom Parkplatz mit dem Shuttlebus zum Sunset Point. Hier hat man schon einen genialen Blick in den Canyon, der ja eigentlich gar kein Canyon ist. Aber der Blick von oben ist kein Vergleich, mit den Aussichten die man von unten hat.

Wir starteten unsere Wanderung am Sunset Point, dort ging es steil nach unten, bis zur so genannten Wall Street, einer engen Schlucht. Dann gingen wir ein Stück den Navajo Loop Trail und dann weiter den Peekaboo Loop Trail. Dann begann wieder der Aufstieg, dieses Mal zum Bryce Point. Hier war der Endpunkt der Shuttlebusse, also ganz am Ende des Parks. Das war ein sehr anstrengendes Stück, es ging steil aufwärts. Aber die Aussichten waren unglaublich. Wir mussten uns beherrschen um nicht alle 2 Meter ein Foto zu machen, einfach toll.

Total fertig holten wir uns eine große Pizza am Parkausgang und fuhren zurück zum Campground. Dort nutzten wir am Abend noch das gute WiFi zum Bilderupload und die Laundry zum Wäsche waschen.

 

Grundsätzlich ist es im Moment schwierig mit dem Upload der Fotos. Abends sind wir auf dem Campingplatz, also meistens abseits einer Stadt, hier ist dann oft nur schlechtes WiFi und sehr schlechtes Mobiltelefonnetz. 

Dienstag, 25. Juni 2019

Vom Bryce Canyon zum Kodachrome Basin State Park und Wanderungen durch den Park

27 km / 15.500 Schritte

 

Heute nur ein kurzer Sprung in den benachbarten State Park.

Vor der Abfahrt wieder unser Running Gag, der eigentlich gar nicht mehr lustig ist: Wo ist der Schlüssel? Tatsächlich wird der nur einmal vorhandene Wohnmobilschlüssel fast täglich gesucht. Mal ist er in einer Hosentasche, mal in einen Wanderschuh gefallen. Es ist unglaublich…

Auf dem Weg zum nächsten Ziel hielten wir noch kurz an einer Höhle. Ein Schild an der Straße wies auf die Mossy Cave hin. Das war eine kurze und schöne Wanderung an einem Wasserfall vorbei. Die Höhle selbst war nicht so toll, eigentlich nur ein Felsüberhang.

Auf dem Parkplatz stand ein VW-Bus mit Hamburger Kennzeichen.

Immer wieder toll ist es für mich (Birgit), wenn ich meine Füße in einem Fluss kühlen kann (grins).

Es ging weiter, nur eine halbe Stunde bis zum Eingang zum Park. Dort schnell den Check-in für den Camp Ground erledigt und schon waren wir, noch vor 13 Uhr am Ziel.

Der Campground ist echt ein Geheimtipp. Schön gelegen (direkt an einem Felsen der aus einer Richtung wie ein Riesenphallus aussieht), alles sehr gepflegt und weitläufig. Man sieht kaum die Nachbarn. Die Duschen sind super luxuriös, es gibt sogar eine Regenwalddusche neben der normalen, Fliesen in Holzimitat. Das hatten wir noch nicht mal in den Hotels. Der Waschsalon sieht aus wie ein Saloon. Feuerholz kann man auf Vertrauensbasis kaufen, einfach aus dem Lager nehmen und Geld in eine Box werfen. Der größte Nachteil, kein Mobilfunknetz und kein WiFi, Generatorzeit nur von 12.00 Uhr mittags bis 16.00 Uhr erlaubt.

Was auch nervt sind viele kleine Fliegen, die einem um den Kopf fliegen, wenn man mal ein paar Sekunden stillsteht. 

Nach einer Kaffeepause und dem Vorbereiten des Essens sind wir zu einer Wanderung aufgebrochen. Der Angel´s Palace Trail ist 2,5 km lang und beinhaltet 50 Höhenmeter – leicht zu ersteigen und man wird mit wirklich tollen Ausblicken auf das Kodachrome Tal belohnt. Wir waren auf den Trails ganz allein.

 

Ich (Birgit) bin mit den Jungs dann noch zum Panoramatrail gelaufen – die Jungs haben aber kurz nach dem Start schlapp gemacht und ich bin dann die 5 km noch allein gewandert. Das Terrain ist leicht – alles eben – aber ich hätte noch eine zusätzliche Wasserflasche gebraucht. Der Weg ist sehr sonnig und so war ich dann doch ziemlich kaputt.

 

Anschließend gab es das dann zum Glück schon vorbereitete Bauernfrühstück mit Salat und ein kühles Bud Light – zumindest für Peter und mich. Leider mussten wir wegen der nervigen Fliegen das Essen am kleinen Wohnmobiltisch zu uns nehmen. Erst am Abend wurde das besser und frühstücken konnten wir am nächsten Morgen auch draußen.

Mittwoch, 26. Juni 2019

Fahrt vom Kodachrome Basin State Park zum Capitol Reef National Park und einige Wanderungen im CRNP

217 km / 10.000 Schritte

 

Heute sind wir "schon" 9 Uhr losgekommen. Wir mussten aber noch schnell am Campground dumpen, also das Schwarz- und Grauwasser ablassen und den Trinkwassertank auffüllen. Dann ging es zurück auf den Utah Highway 12. Was für eine Traumstraße! Es ging bis hinauf auf 2900 Meter, Felsen in allen Farben, schöne Aussichten, wenig Verkehr, einfach fantastisch.

Wir sind dann schnell zum geplanten Campground und bekamen den letzten Platz mit Full Hook-up, also mit Strom, Wasser, Abwasser und TV.

Danach dann, vorbei an gigantischen Felsformationen, direkt zum Visitor Center des Capitol Reef NP. Dort ließen wir uns vom Ranger beraten, was man mit dem riesen Wohnmobil gut erreichen kann. Einige Straßen sind Sackgassen, da kann man mit einem 30 feet Fahrzeug nicht mehr umdrehen. Der Ranger sprach interessanterweise etwas Deutsch.

Im Park waren heute viele alte Autos aus den 1930ern unterwegs.

 

Leider konnten wir aufgrund der Größe unseres RV´s nicht den Scenic Drive entlangfahren. Es gibt aber ausreichend sehenswerte Ziele und man muss sich ohnehin entscheiden. Wir sind dann den Trail zur Hickman Bridge (einem großen Naturbogen) gewandert: hin und zurück ca. 2,8 km und ein Höhenunterschied von 122 m - bei Temperaturen von 30 0 C ist das alles sehr anstrengend. Es war auch sehr windig.

 

Anschließend haben wir uns für zwei tolle Aussichtspunkte entschieden: Goosenecks und den Sunset Point. Eigentlich zusammen nur 1,6 km hin und zurück. Aufgrund der Größe unseres RV´s kamen allerdings noch 2 km Strecke auf der Zugangsstraße hinzu. Auf der staubigen, steilen Zugangsstraße verlor ich (Peter) aber die Lust so weit in der Hitze zu laufen und ging zurück zum Camper. Dort angekommen klopfte jemand an die Tür und fragte, ob das meine Frau ist, die dort in der Hitze läuft. Sie sind mit dem Auto an ihr vorbeigefahren und machten sich Sorgen wegen der Hitze und ob sie genug Wasser dabei hat. Sie schlugen vor mich mit Wasser zu ihr zu fahren. Ich füllte also Wasser ab und fuhr mit den beiden netten Texanern zu ihr und Carl. Das war schon kaum zu glauben, das die  Beiden sich solche Sorgen machten, ohne uns zu kennen. Tatsächlich ging es Birgit und Carl aber gut und der Trail hat sich gelohnt.

Am Ende waren wir ganz schön kaputt (Daniel und Dominic hatten schon vorher die Flügel gestreckt und warteten im Wohnmobil). Wir entschieden uns daher, einen Burger essen zu gehen.

 

Den geplanten Einkauf und das Kochen haben wir auf morgen verschoben! 

Donnerstag, 27. Juni 2019

Es geht nach Norden in Richtung Yellowstone National Park, das Zwischenziel heute ist Heber City in der Nähe von Salt Lake City

313 km 

 

Gegen 10 Uhr verließen wir den Wonderland RV Park und legten die erste Etappe in Richtung Norden zurück. Wir fuhren durch weite, dünn besiedelte Landschaften. Es gab unterwegs einen Stopp zum Einkaufen und zum Tanken. Benzin ist hier im nördlichen Utah sehr preiswert, 2,98 Dollar für eine Gallone. Um 16 Uhr erreichten wir unsere Ziel, das Mountain Valley RV Resort in Daniel (!), Heber City. Alles nagelneu hier und in einem Topzustand. Der Name ist Programm, man sieht in allen Richtungen ein Bergpanorama, teilweise mit Schnee auf den Gipfeln. Die Gegend hier ist überraschend Alpin. Es wirkt ein bisschen wie in der Schweiz.

Freitag, 28. Juni 2019

Ein langer Fahrtag zum Yellowstone National Park

576 km 

 

Heute war die längste Etappe des ganzen Urlaubs. Es ist auch nicht viel passiert. Einen „Notstopp“ gab es in Salt Lake City. In einer Kurve mit Bodenwelle ist uns auf dem Highway eine Schublade rausgefallen und ließ sich nicht mehr schließen. Das ließ sich dann aber im Stand schnell reparieren, der Boden hatte sich rausgedrückt. Wir haben am nächsten Stopp die Kette Cinnabon ausprobiert, die war uns bekannt aus der Serie Better Call Saul. Die Zimtschnecken waren superlecker, aber eine hatte 800 kcal. Es gab noch einen weiteren Einkaufs- und Tankstopp bei einem Wallmart. Überall wird zurzeit Feuerwerk für den 4. Juli verkauft. Leider gab es unterwegs auch Staus durch Baustellen. Am Abend sind wir gut und ziemlich fertig auf dem KOA Mountainside Campground angekommen, der etwas westlich des Parks liegt.

Samstag, 29. Juni 2019

Yellowstone National Park, nördlicher Loop

251 km mit dem Mietwagen, 16.100 Schritte 

 

Schon am Abend vorher überlegten wir, wie wir möglichst ohne das Wohnmobil in den Park kommen. Das stellte sich in den nächsten Tagen als sehr gute Idee heraus, da viele Seitenwege so eng sind, dass sie mit einem RV nicht befahren werden dürfen. Nach etwas recherchieren und rumtelefonieren haben wir uns einen SUV bei AVIS am Yellowstone Airport geholt. Hier gab es auch ein paar schöne, alte Flugzeuge zu sehen. Keine preiswerte Lösung, aber im Vergleich zum RV die eindeutig bessere Alternative.

Dann ging es in den Park. Der Yellowstone Park ist riesig und wird von Straßen durchzogen, die eine große 8 bilden. Am ersten Tag fuhren wir den nördlichen Teil der 8 im Uhrzeigersinn. Hier erreichten wir auch den nördlichsten Punkt unserer Reise.

Der Parkeingang war sehr voll, die Fahrzeuge standen in fünf Reihen nebeneinander, vorne waren aber nur vier Schalter. Das führte zu einem unnötigen Chaos. Wir konnten zum Glück die schnelle rechte Spur mit den voraus bezahlten Tickets nehmen, da wir ja den Annual Pass haben. Zuerst hielten wir an den Gibbon Falls, ein schöner Wasserfall direkt an der Straße.

Danach fuhren wir zum Artists‘ Paintpot Trail, ein kurzer Wanderweg (ca. 1 Meile) zu mehreren farbigen heißen Quellen. Das war schon mal ein spannender Einstieg in den Vulkanismus. Die Farben sind beeindruckend, aber der Gestank nach Schwefel kann schon für Magengrummeln sorgen.

Der nächste Stopp war am Porcelain Basin und danach am Norris Geyser Basin (Steam Boat). Hier wurde Dominic von dem Gestank richtig schlecht und er musste pausieren. An den heißen Quellen lagen überall Mützen und Hüte, da es auf den Freiflächen sehr windig war und man den Boden auf keinen Fall betreten darf. Peter war zwischenzeitlich in Eigenregie aufgebrochen, um den Geysir Steamboat anzusehen. Das Problem war nur, dass ich das nicht wusste und Daniel es so nicht verstanden hatte. Die nächste Stunde verbrachten Daniel und ich damit Peter zu suchen, den wir dann erst am Auto trafen. Zwischenzeitlich waren Carl und Dominic auch in Eigenregie irgendwo hingegangen und dann mussten die beiden gesucht werden. Eine ätzende Situation, die typisch ist, wenn man in einer größeren Gruppe reist, aber durch mehr Kommunikation hätte vermieden werden können. Diese Situation hat wieder maximal an meinen Nerven gezerrt!

Auf dem Parkplatz war wieder mal ein deutsches Wohnmobil mit einer allein reisenden Frau aus Calw.

 

Nach diesem nervigen Gesuche haben wir doch noch recht zügig die Sehenswürdigkeiten des nördlichen Loops abgefahren:

Golden Gate – Schlucht und Mammoth Hot Springs (Sinterterassen) – wirklich toll: ein riesiges Areal und wer es kennt, kein Vergleich zu Pamukkale.

 

Auf einem Nebenweg zu einem versteinerten Baum kam es urplötzlich zu einem Stau… wie sich herausstellte, überquerte ganz gemächlich ein kleiner Bär die Straße und lief dann direkt neben unserem Auto vorbei.

 

Bisons waren vereinzelt auch immer wieder zu sehen – teilweise ganz nah neben der Straße, das kann dann schon Angst einflößen.

 

Bei der Fahrt über den Mount Washburn Pass kamen wir auf eine Höhe von 2.706 m. Hier lag noch Schnee, der sogar für eine Schneeballschlacht geeignet gewesen wäre.

 

Als wir gegen 20.00 Uhr in West Yellowstone wieder ankamen, waren wir richtig kaputt und keiner hatte mehr Lust zu kochen. Wir betraten ein chinesisches Restaurant und waren die einzigen Nicht-Chinesen. Offenbar haben die Betreiber einen Vertrag mit chinesischen Reisegesellschaften, die mit großen Bussen riesige chinesische Touristengruppen herumkarren. Diese Truppen haben uns schon an den Sehenswürdigkeiten immer wieder heimgesucht. Das Essen war reichlich und gut.

Sonntag, 30. Juni 2019

Yellowstone National Park, südlicher Loop

235 km mit dem Mietwagen, 16.100 Schritte 

 

Am Sonntag nun der südliche Teil der 8 gegen den Uhrzeigersinn.

Der erste Halt am Grand Prismatic Spring und dem sog. Opal Pool war massenmäßig eine echte Herausforderung. Einen Parkplatz zu ergattern, war schon nicht einfach und sich dann durch Massen zu schieben, war auch nicht wirklich ein Spaß. Rein optisch ist es wirklich sehenswert und hat sich gelohnt, aber durch die vielen Menschen blieb der Genuss leider auf der Strecke.

 

Beim nächsten Stopp am Old Faithful war uns das Glück hold: wir mussten nur ca. 20 min warten, bis der nächste große Ausbruch kam und da liegen normalerweise schon 1,5 h dazwischen. Ein echt beeindruckendes Erlebnis!

 

Unser Picknick am West Thumb des Yellowstone Lake hatte dann auch einige Überraschungen parat: ein kalter Wind ließ uns nach vorangegangenen 27°C richtig frösteln, was das geplante Bad im See spontan in weite Ferne rücken ließ. Beim Einsteigen ins Auto war eine Seite des Autos komplett mit winzigen Fliegen überzogen, die beim Einsteigen zu mind. 30 % mit ins Auto kamen.

 

Der nächste Halt beim Mud Vulcano und einer fauchenden heißen Quelle „Dragons Mouth Spring“ ließ den Magen wieder in Wallung bringen.

 

Das Hayden Valley offenbarte dann erstmals einen Blick auf große Bisonherden, die zuvor immer nur vereinzelt aufgetreten waren.

 

Eine ungeahnte Attraktion an diesem Tag bildete dann noch der Grand Canyon of the Yellowstone (Upper and Lower Falls): die Felsenschluchten erinnerten an das Gemälde von Kaspar David Friedrich mit den Kreidefelsen auf Rügen. Nur das hier noch ein wild romantischer Wasserfall dazukommt – ein Traum, der bei einem Besuch des Yellowstone Parks auf keinen Fall fehlen sollte.

 

Abschließend machten wir noch einen kurzen Fotostopp am Madison Junction, wo aus den Flüssen Firehole River und Gibbon River der Madison entsteht.

 

Ein wunderschöner Tag, den wir wieder gegen 20.00 Uhr, dieses Mal im Diner Canyon Street Grill beschlossen, einem typischen amerikanischen Diner Restaurant.

weiter mit der 3. Etappe: Yellowstone NP - Las Vegas

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